Randersacker2-3

So etwas schon mal gesehen in Deutschland? Wohl nicht. Ich war genauso sprachlos wie Sie.

 

 

 

 

Der Umgang biegt an seinem östlichen Ende nach Norden ab, endet aber nach etwa 20 m an einem Damm, der lange nach der Entstehung von oben hinein geschüttet wurde, um die Hügelkuppe mit der Oberfläche des Monuments zu verbinden. Der Besucher muss über diesen Damm hinweg klettern. Danach setzt sich der Wandelgang fort und zeigt auf der Cairnseite (links) den gewohnten Wechsel von Monolithen und Bruchsteinmauerwerk, welche aber bald unter dem Schutt der Jahrtausende verschwinden. Gegenüber zeigen sich aneinandergereihte Monolithen. Möglicherweise ist es auch der anstehende Fels der dann entsprechend formschön heraus gearbeitet wurde. Höchst beeindruckend. Sie sehen die Raumtiefe, erkennen also, wie lang der Gang ist, dessen Ende man hier noch gar nicht erahnen kann.

Ab etwa Mitte der Gangstrecke verwandelt sich die östliche Felsseite in die Überbleibsel eines profanen Steinbruchs, aus dem sich die dortigen Maurer und Steinmetzen vergangener Jahrhunderte über eine Zeitlang hinweg bedient haben dürften.

 

Gegenüber befindet sich innerhalb der Cairn-Fassade diese rechteckige Setzung aus kubischen Monolithen, unterhalb einer Rampe, die auf die Kuppe des Bauwerks führt. Offensichtlich der Rest einer zerstörten Grabkammer. Man kann schlussfolgern, dass weitere derartige Kammern offenbar direkt hinter der unzerstörten, über weit mehr als hundert Metern verlaufenden Fassade vorhanden sein müssen. Allerdings waren deren Zugänge bisher nicht zu erkennen.

Erinnert Sie diese monumentale, um nicht zu sagen atemberaubende Architektur nicht auch an Vorbilder aus anderen Regionen Europas, die man bislang überhaupt nicht mit den Megalithgräbern Deutschlands in Verbindung brachte? Zum Vergleich bieten sich die Megalithtempel auf Malta bzw. Gozo an, die Gigantija und Hagar Qim. Nur, diese Bauwerke sind entscheidend kleiner als unsere. Welche Bezeichnungen für unseren Giganten bleiben da noch übrig?

Es sind plötzlich Beziehungen zum südlichen Mittelmeer vorhanden, die keiner je für möglich gehalten hätte. Aber noch mehr spricht dafür. Der den meisten mit dem Megalithikum Vertrauten bekannte Sargstein am Externstein bei Detmold besitzt nämlich Gegenstücke auf Malta, und zwar nicht nur einige sondern gleich zu Dutzenden, wenn nicht Hunderten. In unterirdischen Nekropolen versammeln sich diese in großen Sälen aneinander gereiht, wie Betten eines Feldlazaretts. Einen wunderschön anschaulichen Gang durch Sargstein-Katakomben kann man im Internet auf http://www.travelpod.com/travel-blog-country/Malta/tpod.html unter Videos of Malta „St. Paul Catacombe“ betrachten.

Waren unsere „bronzezeitlichen“ Vorfahren also weltläufige Seefahrer und auf allen Meeren zu Haus? Das würde die weltweite Verbreitung der Megalithmonumente und Pyramiden erklären.

Zuletzt geändert: 12.11.2010, 19:59:57