Maulbronn2

Die Westseite von Cairn 1 musste massiv gestützt werden, als die neue Straße ins Wohngebiet gebaut wurde (Bild 17). Aus dieser Perspektive wird ersichtlich, wie hoch der Cairn auch den steilen Hang überragt. Man erkennt ebenfalls, wie stabil der Baukörper aufgebaut ist. Als die Stützmauer gebaut wurde, musste tief in die Böschung des Monuments eingegriffen werden. Hätte der Hügel aus Schutt bestanden, wären wohl große Teile dieser Seite ins Rutschen gekommen und eingestürzt. Doch nichts davon zu sehen. Den gleichen stabilisierenden Effekt hätte man wohl auch, wenn man unmittelbar an der Cheopspyramide eine Autobahn bauen und dafür Teile der Fassade einreißen müsste.

Cairn 2

 

Dieser annähernd rechteckige Cairn (Bild 18) erstreckt sich parallel zu Cairn 1.

Rolf Burrer berichtete uns, dass die Fahrstraße zwischen den beiden Cairns ursprünglich nicht so tief lag wie heute. Sie wurde in voller Länge heraus gebrochen. Eine ähnliche Situation findet man auch in der Felsnekropole Judenbusch/Dachsbau von Karlsruhe-Durlach. Auch dort steigen die Wege zwischen den Grabhügeln steil an, bevor man im Hintergrund der Cairns auf die Felswand stößt. Offenbar war es in Maulbronn genauso, bevor der Steinabbau an der Felswand immer weiter in die Tiefe ging und deshalb auch die Zufahrt angepasst werden musste.

 

Dabei wurde offenbar in die Bausubstanz von Cairn 2 eingegriffen, die jetzt an einer Stelle im Querschnitt zu erkennen ist (Bild 19). Die Mauer ist neu und wurde, wie schon gesagt, erst mit dem Bau des vertieften Fahrwegs angelegt.

Deutlich zu sehen ist. Dass zwischen die Mauern aus handlichen Bruchsteinen ein massiver Felsquader gesetzt wurde, der offenbar die Aufgabe hat, den umgebenden Mauersteinen als Verankerung zu dienen (Bild 20). Damit lässt sich die außerordentliche Stabilität dieser Bauwerke unmittelbar neben der potentiell gefährdeten Straße erklären.

Cairn 3

 

Dieser liegt gegenüber an der anderen Straßenseite (Bild 21). Hier zu sehen die Nordwestecke.

Die Nordostecke (Bild 22). Als die Einfahrt zum Industriesteinbruch angelegt wurde, errichtete man eine kleine Mauer aus akkurat geglättetem rotem Sandstein (vor dem Häuschen) mit repräsentativem Torpfosten, die unmittelbar an die eindeutig ältere Umfassungsmauer des Cairns stößt. Für den Bau des kleinen Pförtnerhäuschens musste ein Teil des Cairns weichen. Die Umfassungsmauer wirkt, da sie sehr gut erhalten ist, eher wie eine neuere Stützmauer. Es dürfte aber die Originalmauer sein, da sie trocken gesetzt und der älteren Umfassungsmauer von Cairn 1 gegenüber, besonders in der Art der unregelmäßigen Fugen, sehr ähnlich ist. Die Sandsteine sind sehr viel ausgebleichter, als die Sandsteine der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Pfostenmauer, was auf ein hohes Alter schließen lässt.

An der Nordostecke tritt das Mauerwerk deutlich aus der Böschung hervor (Bild 23). Man kann in solchen Situationen nie genau abschätzen, was alles an Material von der Oberfläche weggeschafft wurde, wie tief man sich also schon in der Bausubstanz befindet. Geplündert wurden die Cairns immer wieder.

Die Ostseite von Cairn 3 (Bild 24).

Die Südostecke mit dem großen Eckstein (Bild 25).

Die Verzahnung von Eckquader und Bruchsteinen (Bild 26), deutlich zu sehen, die Schraffierungen der Felsoberfläche mit Spitzmeißel, welche offenbar mit Flachmeißel oberflächlich kaschiert wurden.

Ähnliche Verzahnungen zwischen Felsblöcken und kleineren Bruchsteinen sind auch schon aus dem Megalithikum und den frühen Hockulturen bekannt, hier zu sehen das Portal zu New Grange in Irland (Bild 27). Man vergleiche auch das Bruchsteinmauerwerk der irischen Kelten, dass doch sehr große Ähnlichkeit zu dem Maulbronner aufweist (siehe Bild 16, 22, 25).

Die gemauerte Böschung oberhalb der Südostecke von Cairn 3 (Bild 28), selten, dass man derart große Zonen der Cairnoberfläche noch erhalten und nicht von Humus und Lehm bedeckt vorfindet.

Zuletzt geändert: 23.10.2010, 18:54:46