Knittlingen2

Also erst im ersten Jahrzehnt des 3. Jahrtausend können die Wege von Wald- und Forstarbeitern in die erste Stufe hinein gebrochen und das dabei gewonnene Material als Rampe verwendet worden sein, nach dem Zeitpunkt, als das Buch des Entdeckers erschienen und als Dokumentation der Grabbauten in der Region an den Landeskonservator Dr. Biel in Stuttgart geschickt und dessen Empfang bestätigt worden war. Das Landesdenkmalamt sah also keinerlei Veranlassung, die Gemeinden auf ihre archäologischen Relikte hinzuweisen und die altehrwürdigen Grabbauten unter Schutz zu stellen. Die Zerstörung konnte ungehindert und in völliger Unwissenheit über deren historische Bedeutung stattfinden.

 

Tatsächlich glaubt niemand in Stuttgart an das offensichtliche Vorhandensein von Cairns in der Region. Nichts wird getan, um sie zu erforschen. Dabei wartet eine unermessliche Fülle von Grabruinen überall in den süddeutschen Wäldern darauf, endlich als das erkannt zu werden, was man in ganz West und Nordeuropa schon lange kennt. Welch eine gigantische Hochkultur könnte hier – rekonstruiert - wieder entstehen? Frankreich und England machen es uns vor. Deutsche Touristen reisen in die Bretagne, nach Schottland und Irland, um sich dem Flair Jahrtausende alter mysteriöser Riesengräber hinzugeben, aber dass weit größere Monumentalbauten hier in den Wäldern schlummern, ahnen die wenigsten.

 

Wie wenig Geld für die Wiederherstellung der eigenen Vorgeschichte ausgegeben wird... Da muss es für die nächsten 20, 30 Jahre reichen, wenn mal ein alter Keltengrabhügel (in Hochdorf) wieder aufgeschüttet und das dazu passende Keltenmuseum gebaut wird. Aber deutsche Archäologen kommen fast jedes Jahr mit neuen Sensationsfunden in Ägypten, Troja, Karthago, der Türkei oder Südamerika in die Massenmedien. Was hätten sie hier im Land für Aufgaben zu erfüllen!

 

Die Phantasie braucht nicht viel mehr Stoff, um angesichts der mächtigen Wälle und tiefen Hohlwege Imaginationen zu zünden, Bilder von Prozessionen, die sich hier auf breiter Front der Pyramide näherten. Der zentrale, der sprichwörtlich wahr gewordene goldene Mittelweg war offensichtlich dem höchsten Regenten vorbehalten. Ob es ein keltischer Brennus war? Dafür spricht der zweite überlieferte Flurnamen „Brandhälde“.

 

Alle Hohlwege führen zum steilen Hang von Cairn I. Wenn Sie das sehen und diese Wallwege im Sinne von Wallfahrtswegen als einst begangene Prozessionsstraßen verstehen, kommen Sie vermutlich auch zu dem Schluss, dass jeder Hohlweg als Sinnbild des Eindringens in die Unterwelt an einem Ganggrabportal am Bauwerk, das wie ein Wall emporragt, enden muss, einen anderen Reim kann man sich darauf kaum machen. Haben wir mit Cairn I die Entsprechung zur steinernen Mauer bzw. dem Bestattungswall der Könige von Tailtiu (siehe Artikel „Celtica“)? Diese Portale an Cairn I sind jetzt nicht mehr sichtbar, evtl. sind sie zugemauert, vielleicht eingestürzt, auf jeden Fall aber durch die überall feststellbaren Ablagerungen verschüttet.

 

Unten zu sehen der tiefe Spitzgraben südlich des Zentralwegs. Leider liegen durch die Forstarbeiten immer noch Unmengen von Holz herum, die den Gesamteindruck immer wieder stören. Im Bild Thomas Kropf, Karlsruhe, Erforscher von Verteidigungsanlagen des 1. und 2. Weltkriegs.

Dass die Hohlwege und nicht die Wälle daneben begangen wurden, dafür spricht nicht nur der heute ziemlich verflachte Hohlweg inmitten des Hauptwalls, sondern auch die aus West- und Nordwesteuropa bekannten Steinalleen oder Alignements. Bei Carnac in der Bretagne z. B. begegnen uns anfangs sehr niedrige und dann stetig höher werdende Steinblöcke und -säulen, bis diese am Ende, am Steinkreis eines ehemaligen Hügelgrabs, überwältigende Dimensionen erreichen - Blöcke, mit dem Umfang von Wohnzimmern und kleinen Häusern. Man konnte also nur zwischen den Steinsäulen, also in der Hohle, den Wallweg beschreiten. Die Hohle im zentralen Wallweg macht dies ebenso deutlich.

 

Die Situation im Vergleich zur Reichshälde ist prinzipiell dieselbe. Anfangs bewegt man sich zwischen den Steinreihen noch ebenerdig und dringt dann immer tiefer in den künstlich geschaffenen Felsgrund ein. Der Wallfahrer bewegt sich, gemeinsam mit anderen in parallelen Hohlwegen bzw. Steinalleen dem Wallfahrtsziel entgegen. Wenn an Wallfahrtsorten heute in christlicher Zeit eine Kapelle oder evtl. sogar eine Marien-Grotte das Ziel ist, dann ahnen wir die eigentlichen Ursprünge in keltischer Zeit: Grabdolmen und Ganggräber.

 

Die Rückseite von Cairn I zeigt, dass der größte Teil der Basisstufe und die Mittelstufe im Südteil aus dem anstehenden Fels besteht. Der Hohlweg, der zwischen Cairn I und II verläuft wurde zu großen Teilen in den Fels hinein gebrochen.

 

Das Bild unten wurde von der Basisstufe des Cairn II aus aufgenommen und zeigt die verschieden hohen Stufen der Rückseite von Cairn I. Da ein Waldweg von der Basisstufe auf die Mittelstufe gelegt wurde, der auch die Oberstufe anschnitt, ist die Kontur der Mittelstufe im Norden (rechts) nicht mehr erkennbar.

Im Bild unten ist der massive Fels, aus dem Basisstufe und Teile der Mittelstufe bestehen, links gut zu erkennen. Nach Norden zu (nach rechts) wurden die zur Horizontale fehlenden Teile durch Bruchmauerwerk ergänzt. Der Waldweg darüber durchbrach und zerstörte die Nordfassade der Mittelstufe und die oberste Stufe im Südteil.

Cairn II - Der Haupt-Cairn

Insgesamt ist die Reichshälde ein komplexes Gebilde, das sich zwar mit anderen Nekropolen schwer vergleichen lässt, aber als Hangpyramide wie die Zwerchhälde von Sternenfels oder der Bärenstein bei Horn/Bad-Meinberg betrachtet werden muss. Auf mindestens 3, vielleicht 4 Ebenen wurde der Fels im Südareal aufgebrochen. Auf diesen Terrassen stehen die Cairns unmittelbar am Weg. Die einzelnen rechteckigen Bauwerke sind durch tiefe Einschnitte voneinander getrennt. So auch Cairn I und Cairn II. Es handelt sich dabei um Hohlwege, die vom Hauptweg abzweigen. Hier allerdings wurde die Hohle in den Fels hinein gebrochen. Das zweite Stufenbauwerk ist eine hoch aufragende und umfangreiche Struktur, die man mit Fug und Recht als Stufen-Cairn ansprechen darf.

 

Unten zu sehen die Nord-West-Ecke von Cairn II mit der merkwürdigen Einbuchtung auf der Basisstufe. Die Oberstufe ist rechts über der Basisstufe erkennbar.

Das Bauwerk ist eindeutig das größte der rechten Hälfte und hat in der Nord-Süd-Ausdehnung eine Länge von ca. 120 m und eine Breite von etwa 70 m, was ihn auf eine Stufe mit dem bis dato größten Megalithmonument der Welt, dem Mont St. Michel bei Carnac in der Bretagne stellt. Dies ist allerdings nur 10 m hoch, das Knittlinger Bauwerk mit seinen 3 oder 4 Stufen aber dürfte nahezu doppelt so hoch sein.

 

Unten im Bild zu sehen die Südwestecke der Basisstufe von Cairn II. Ganz sacht hebt sich die Hauptstufe im Hintergrund von der Kante der Basisstufe ab. Die Westseite des Cairns ist tatsächlich so lang, dass sie von keiner Stelle aus auf ein Bild zu bekommen ist. Vielleicht dann, wenn alle Bäume und Sträucher einmal entfernt sind.

Deutlich zu sehen ist, dass die Basisstufe aus Fels bestehen muss, denn sonst wäre die oben zu sehende Ecke nicht so steil. Felspartien treten immer wieder unter Laub und Humus hervor.

 

Die große Basisstufe, die an der Straße beginnt und oben im Bild zu sehen ist, bildet den Sockel. Auf ihr ragen zwei weitere Stufen empor, eine kleine linker Hand und eine zweite hohe und umfangreiche im Zentrum, unten im Bild von der Straße her gesehen. Leider gibt es keine Perspektive ohne störende Bäume, von der aus das Gesamtbild zu vermitteln wäre. Auf dem Bild unten erkennt man links die Felswand, die im vorderen Bereich auch die Basis von Cairn III bildet, ganz rechts die Kante der Basistufe von Cairn II.

Die zentrale hohe Stufe auf der Kuppe wirkt wie eine große Insel inmitten des Bruchs. Es wurde überlegt, ob es sich um den Rest der ursprünglichen Erdoberfläche, also des ursprünglichen Hangprofils handelt, da Waldboden die Kuppe bedeckt. Die aber ist nicht geneigt wie das Hangprofil. Diese „Insel“ bzw. höchste Stufe wird auf der West- und Südseite von den absteigenden Bruchstein-Stufen halbkreisförmig umgeben, die Ostseite dagegen fällt jäh steil ab.

Unten die Hauptstufe im Hintergrund, die kleine Satellitenstufe im Vordergrund. Man beachte, wie steil und tief die Böschung der Hauptstufe links im Verhältnis zu rechten Seite ist.

Zwischen Ostböschung des Cairns und parallel verlaufender Felswand zieht sich ein weiterer Hohlweg hin, der Cairn II von Cairn III trennt. Vor der Felswand hat sich Erosionsschutt von Jahrtausenden haushoch abgelagert, der bis zum Hohlweg reicht. An der Basis ist der Hohlweg von Bruchsteinen flankiert. Wie der erste Hohlweg endet auch dieser als Sackgasse vor einer steilen Böschung, die ein verschüttetes Portal bergen könnte. Eine weiterer Hohle unterhalb der obersten Stufe beginnt an der Felswand und endet nach etwa 20 Metern (siehe Plan). Dieses Teil ist völlig rätselhaft, da nicht als Weg nutzbar. Es handelt sich lediglich um eine lange gerade Eintiefung auf der zweithöchsten Stufe des Cairns. Vielleicht liegen dort Portale verborgen.

 

Die Gesamtsituation ist so komplex, dass sie kaum umfassend zu skizzieren ist. Hier sind umfangreiche detaillierte Messungen erforderlich. Als Industriesteinbruch macht das alles sicher keinen Sinn. Die wenigen Hohlwege, die in den „Bruch“ hineinführen sind so eng, dass sie kaum als Rangierwege dienen konnten. Nur der untere Hohlweg führt zu einem Platz vor einer Felswand, also zu einem Abbaugebiet; hier hat sich auch tatsächlich ein solches befunden. Wie die auf ältere Messungen zurückgehende topografische Karte ausweist, wurde hier die Felswand entsprechend ausgeweitet. Nach der Ausbeute wurde das Areal als Müllhalde verwendet, danach renaturiert. Alle senkrecht aufragenden Felswände im Gebiet der Cairns sind jedoch haushoch mit altem Erosionsschutt und an der Basis z. T. sichtbar mit Bruchsteinmauerwerk zugesetzt.

 

Topografisch erscheint die natürlich wirkende Insel als die höchste Stufe im Bruch, alle Formationen drumherum bilden absteigende oder steil abfallende künstliche Böschungen und Stufen aus Trockenmauerwerk. Es könnte sich also um ein ganz eigenartiges Bauwerk handeln, eine Stufenpyramide mit einem Sockel aus gewachsenem Fels und einem natürlichen Zentrum – etwas, was die Welt noch nicht gesehen hat.

Der Fels-Hohlweg unterhalb des zweiten Stufenbauwerks führt direkt zur jetzt entdeckten Megalith-Kammer. Er endet in einem Bereich, der sich Platz-artig weitet. Hier stoßen der Haupt-Cairn und das alte Abbaugebiet, welches Felswand-hoch mit Müll zugeschüttet und anschließend renaturiert wurde, zusammen. Von hier aus kommt man nur weiter, wenn man an der Kammer vorbei auf die Böschung des Haupt-Cairns steigt. Oben angekommen sieht man weitere Stufen, die eine eindeutig trocken gemauert, denn die Bruchsteine treten deutlich hervor (siehe Plan).

 

 

Die Meglith-Kammer von Cairn II

 

Dr. Hahn aus Hofheim am Taunus hatte sich für das Wochenende am 21.11.09 extra frei genommen, um die Cairns hier in ihren „Steinbrüchen“ zu studieren. Nach unserer gemeinsamen Exkursion zu den Cairns bei Freudenstein, Maulbronn und Schmie machte er sich am folgenden Tag allein auf, um die Reichshälde zu besichtigen. Dabei entdeckte er nun die 12. bekannte Megalith-Kammer im Hang des Haupt-Cairns, dem zweiten Stufenbauwerks der rechten Seite. Im Bild zu sehen ist Volker Dübbers, Vorsitzender des VGN, Bruchsal.

Die gefunden Kammer ist fast bis zur Decke verschüttet.

Man erkennt jedoch, dass die linke Innenseite sowie die Rückwand ebenfalls komplett aus massiven Fels besteht, lediglich die rechte Innenwand ist trocken gemauert. Hier haben wir also den Beweis, zumindest aber ein starke Indiz, dass der gesamte Sockel des Bauwerks aus massivem Fels besteht.

Die schweren Deckplatten liegen links auf dem gewachsenen Fels auf, rechts auf dem Mauerwerk. Sie sind zerborsten. Deshalb wurde wohl in Zeiten des Steinbruchbetriebs diese Stahlschienen zur Stabilisierung eingezogen und die Kammer genutzt. Wer in Großbritannien oder Frankreich einen Cairn und dessen Ganggrab besichtigt, wird öfters auf solche stützenden Elemente stoßen, denn auch dort sind die Decken eingebrochen und das sichere Betreten für die Touristen nicht anders möglich.

Südlich der Hahn-Kammer, direkt an diese Örtlichkeit anschließend, existierte bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts ein regulärer Steinbruch, der aber mittlerweile durch Müll verfüllt und mit Erdreich bedeckt als renaturiert gilt. Steinbrucharbeitern diente die Kammer am Rand des Abbauareals offenbar als Lagerraum Um die im Laufe der Jahrtausende durchgebrochenen Deckplatten zu sichern, schob man den ersten Deckstein beiseite und steckte die Eisenschienen links in unter der Decke eingehauene Schlitze. Rechts schob man sie auf die entsprechende Steinlage. Der Eingang wurde verschmälert und ofensichtlich ein Türpfosten mit Türanschlag angebracht.

 

Weitere Grabungen werden wahrscheinlich auch, wie anderswo, Eisenbeschläge einer Holztüre zum Vorschein bringen. Der Bereich vor dem Portal wurde massiv verschüttet, vermutlich während der Renaturierungsmaßnahmen durch eine Planierraupe zugeschoben, so dass außerordentlich viel Man-Power nötig sein dürfte, die Kammer einigermaßen eben betretbar zu machen. Fraglich ist der Erfolg eines solchen Unternehmens. Die Kammer dürfte, wie immer, wenn eine neuzeitliche Nutzung nachweisbar ist, restlos von prähistorischen Funden befreit sein.

 

Deutlich zu sehen sind Bruchsteine, die in der Böschung oberhalb des Architravs unter Laub und Humus hervor treten und auf eine trocken gesetzte Fassade schließen lassen. Also erst auf dem Felssockel beginnt das Mauerwerk. In rund 3 m Höhe über dem Portal weicht die Fassade stufenartig zurück. Die Bezeichnung Stufen-Cairn wird also auch durch solche Details gerechtfertigt. Die Ortsgrenze zwischen Maubronn und Knittlingen verläuft justament über das Portal hinweg und wurde auf der Cairnkuppe durch Marksteine und einen Grenzgraben markiert.

Erstaunlich ist auf den ersten Blick die geringe Tiefe des Ganggrabes, geschätzt etwa 1,5 m. Man fragt sich, wieso so ein großes und langes Bauwerk nur eine derart kleine Kammer erhielt. Allerdings können wir noch kein Urteil fällen, da uns der Boden und Untergrund des Ganges nicht bekannt ist. Man kann spekulieren, dass, wie bei den Etruskern, die eigentliche Grabkammer tief im Fels verborgen liegt und irgendeine geheimnisvolle Treppe dort hinab führt. Auf dem Marsberg bei Würzburg-Randersacker sind die ersten Stufen eines solchen Abgangs im Lehm des Geise Gangs I zu erkennen. Leider verdammt man unsere Forschungen in der dortigen Presse als Spinnereien, weshalb eine Erfolg versprechende Grabung, die die Universität Würzburg als Grundbesitzerin leicht durchführen könnte, unterbleibt.

 

 

Cairn III

 

Alle Cairns zu rechten scheinen auf jeweils eigenen Felsterrassen zu stehen, doch der dritte besitzt drei Stufen, wobei die unterste sich auf der Ebene des darunter liegenden Cairns II, des Hauptbauwerks, befindet.

 

Unten zu sehen links die Unterstufe von Cairn III, ganz links die Hauptstufe als weißer Streifen, rechts Cairn II.

Die Hauptstufe unten im Bild weiß, die Unterstufe rechts davon. Nichts spricht dafür, dass dies separate Cairns seien. Tatsächlich fügen sich die Stufenbauwerke zu einem.

Die oberen zwei Stufen unterscheiden sich nur geringfügig in der Höhe, ganz links im Bild Cairn IV, durch einen Hohlweg von Cairn III getrennt.

Die zwei Oberstufen von Cairn III mit der Rampe zur Hauptstufe links im Bild.

Blick auf die breite Unterstufe von Cairn III, die wohl z. T. aus Fels besteht und die Oberstufe, im Vordergrund der pyramidenförmige Wall zwischen Cairn III und Felswand. Die Aufnahme wurde von der Felswand aus gemacht.

Noch ein Blick auf die Unterstufe mit der Basistufe von Cairn II im Hintergrund.

Die Reichshälde bietet viele Ansatzpunkte, um nach weiteren Portalen zu suchen. Das dritte Stufenbauwerk zeigt vor allem in Kontaktbereich von Rückwand und Fels auffällige Strukturen, die an eingestürzte bzw. verschüttete Portale erinnern. Die schmale Zone wurde mittels eines hohen Walls abgesperrt, der merkwürdigerweise pyramidale Form hat und direkt auf der Felswand aufsitzt. Schon allein die Absperrung ist sehr verdächtig und gleicht der Situation an Cain I in Freudenstein.

 

Zufälligerweise verläuft auch hier die Gemeindegrenze genau über die Stelle, die also durch einen Grenzstein markiert ist. Da Cairns sehr häufig auf oder an Gemeindegrenzen liegen, könnten die Vorläufer der Marksteine große Menhire gewesen sein, auf die sich die Grenzzieher bei der Festlegung der Gemeindegrenzen in nicht mehr erinnerbarer Zeit bezogen. Aus der Archäologie ist bekannt, dass Dolmen und Ganggrabportale häufig mit Menhiren markiert sind. Der Menhir versinnbildlichte nach der Theorie den verstorbenen Ahnen. Die Seelenvögel ließen sich auf dem hohen Stein nieder und entführten die Seele des Verstorben in die Anderswelt.

 

 

Cairn IV

 

Dies ist der kleinste und höchst gelegene auf der rechten Seite. Direkt hinter ihm, auf der Bergkuppe, liegt die Viereckschanze. Unmittelbar vor der Felswand hat sich ein flacher See gebildet, der Silbersee genannt wird und an den Märchensee am Cairn von Wendelsheim erinnert, also ein Heiliger See gewesen sein könnte. Hier ist eine der wenigen Stellen, wo der Fels derart glatt und hoch aufragt.

Unten zu sehen die Nordwestecke von Cairn IV.

Die Westseite von Cairn IV, die Kuppe von Cairn III im Vordergrund.