Goppingen 6

Wie Zugemauerter Seitengang im Tunnel Ravne

Die Bergmonumente der chinesischen Kaiser

 

YouTube http://www.youtube.com/watch?v=mj8kxjUB5b4 kann man den bemerkenswerten Film „Chinas geheimnisvolle Pyramiden“ (National Geographic Channel Neuseeland) anschauen. Es handelt sich um sagenhafte 400 Pyramiden der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.), die im Xi´an Gebiet zu finden sind. Sie ähneln verblüffend den ägyptischen Pyramiden, jedoch mit meist abgeflachter Spitze (siehe oben). Die Han-Dynastie wurde durch rebellierende Bau-Sklaven beendet.

 

Von 618 bis 907 n. Chr. regierte dann laut orthodoxer Chronologie die Tang-Dynastie, die den mit Sklaven und Leibeigenen betriebenen Pyramidenbau beendete und dazu überging, einfache Berge zu Grabmonumenten umzugestalten.

 

Jetzt musste man nur noch Stollen in einen extra ausgesuchten Berg treiben. Diese wurden am Ende zu großen Kammern ausgeweitet. Auf diese Weise entstanden tatsächlich unterirdische Paläste gigantischer Art, die den realen auf der Erde in allen Details nachgebildet waren.

 

Das Grab des Sui-Kaisers Wen Di (581-604) in Baling wurde zum Vorbild für die Tang-Kaiser.

Kaiser Taizong ließ aus dem Berg Jiuzongshan, 83 km von Xi´an entfernt, erstmals ein Grabmonument gestalten, das Grabmal Zaolin, in dem der Kaiser, der 649 n. Chr. starb, bestattet liegt. Der Eingang zu diesem Berggrab ist unbekannt.

Bei der Suche nach dem Grab des Taizong fanden Darmstädter Architekten heraus, dass eine gerade Linie zwischen Süd- und Nordtor der Totenstadt den Gipfel des Jiuzongshan oberhalb des höchsten bisher bekannten Höhlengrabs (Pfeil) kreuzt (roter Punkt).

Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass am Kreuzungspunkt der längst verschüttete Zugang zu dem 235 Meter langen Tunnel zu finden ist, der in das kaiserliche Mausoleum führt.

Das nah gelegene Felsgrab seiner Tochter Changle, die 643 n. Chr. im Alter von 23 Jahren starb, ist jedoch betretbar.

Diese Art von Berggräbern scheint es auch in Europa zu geben. Dafür sprechen die nachweisbaren Stollensysteme in Bosnien und Süddeutschland. Allein die Sage der Dame von Teck gibt dafür mehr als beredt Zeugnis. Auf diese chronologisch aufschlussreiche Sage über den Teck der Schwäbischen Alb machte uns Marc Laboranowitsch aufmerksam.

 

Der Teck ist ein Basaltkegel, kann also kein künstlich geschichteter Berg sein. Wenn es hier eine Grabstätte gibt, dann nur in der Ausführung chinesischer Bergmonumente als Stollengrab.

Die Sage verdeutlicht, dass Keltenzeit und Mittelalter praktisch nur durch eine Generation getrennt sind, ähnlich wie in China, wo die Zeit der Pyramiden erst um 600 n. Chr. endet und unmittelbar in das chinesische Mittelalter übergeht.

 

Während die Mutter der Regenten noch im Berg wie eine keltische Königin ihre Residenz in der Anderswelt bezog, bauten die Söhne ihre Burg darauf:

 

 

„Die Sage von der Sibylle von der Teck

Tief unten im Sibyllenloch am Fuß des Teckfelsens hauste Sibylle. Sie war eine schöne und weise

Frau, die den Menschen im Tal viel Gutes tat. Keiner, der in Not war stieg vergeblich den steilen

Weg zu ihrem unterirdischen Schloss hinauf.

 

Die drei Söhne der Sibylle waren aber von anderem Schlag. Unhold, Raufbold und Saufbold waren üble Burschen, die es nicht lange bei ihrer Mutter aushielten und so bauten sie ihre eigenen Burgen. Der erste baute seine Burg auf dem Rauber, der Zweite auf dem Wielandstein und der dritte baute die Diepoldsburg. Von diesen Felsnestern aus plagten sie die Bauern und plünderten die Kaufleute und ihre Wagenzüge aus.

 

Aus Kummer über ihre mißratenen Söhne beschloss Sibylle ihr unterirdisches Schloss und das Land zu verlassen. Auf einem goldenen Wagen, der von zwei riesigen Katzen gezogen wurde, fuhr sie eines Abends talabwärts durch die Lüfte und wurde nie wieder gesehen.

 

Jedes Jahr, wenn die Ackerfrüchte zu reifen beginnen kann man den Weg verfolgen, den sie genommen hat. Die Spur ihres Wagens ist deutlich zu sehen. Die Wiesen sind dort grüner, das Korn trägt größere Ähren und Äpfel, Birnen und Kirschen sind saftiger und süßer. Die Spur ihres Wagens nennt man heute noch die "Sibyllenspur."

Im Jahr 1982 wurde bei Grabungen des Landesdenkmalamtes entdeckt, dass es sich bei der

"Sibyllenspur" um die Reste des römischen Limes handelt.

 

Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass zwei parallele Gräben das Tal durchzogen. Im Lauf der Zeit wurden diese Gräben mit Kalksteinen und fruchtbarer Erde aufgefüllt, so dass dieser Streifen heute noch ein besseres Wachstum ermöglicht als das umliegende Ackerland.“

Quelle: http://www.sagen.at/texte/sagen/deutschland/baden_wuerttemberg/sibyllevonderteck.html Email-Zusendung von Sandrine, 7. Juli 2003