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Die Stufenpyramiden der Mittelgebirge

Pyramiden in Deutschland, wo bitteschön sollen die stehen? Haben wir da vielleicht etwas übersehen?

Wenn es Pyramiden in Deutschland gibt, die mit den ägyptischen zu vergleichen sind und damit den Namen wirklich verdienen, dann können es nur die Drei Kaiserberge zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen sein, die als Silhouette auch das Logo ganz oben zieren: Der Hohenstaufen, der Rechberg und der Stuifen.

Seit endlich ein Wissenschaftler daran ging, normal erscheinende Berge auf ihre tatsächliche Geologie hin zu untersuchen, können wir vor Überraschungen dieser Art nicht mehr sicher sein. Der Name dieser Berge verrät schon, dass hier Kaiser unserer immer noch völlig unbekannten Vorgeschichte bestattet sein müssen.

 

Prof. Semir Osmanagich, der besagte Entdecker, erforscht seit 2005 die bosnischen Pyramiden (www.bosnianpyramids.org). Auch dort sind es, wie die Pyramiden von Giseh, drei bzw. vier, eine Sonnen-, eine Mond, Erd- und Drachenpyramide. Das kann kein Zufall sein. Näheres zu diesen Entdeckungen und zu Bergmonumenten hierzulande finden Sie mit dem Direktlink Pyramiden (Bergmonumente).

 

Die Buchautorin Gabriele Lukacs hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Pyramiden Europas, die seither bekannt wurden, auf ihrer Webseite zu veröffentlichen (www.european-pyramids.eu). Zu den deutschen Berg-Pyramiden: Zeugenberge oder Stufenpyramiden?

Die erste Stufenpyramide Deutschlands, und eine der höchsten hierzulande sicherlich, wurde jedoch schon 1990 in Sternenfels/Baden entdeckt. Seltsamerweise zeigt das Ortswappen exakt diese Sensation! Was verbindet den Siebenstern im Wappen mit dem Siebenstern Ägyptens (Symbol der Sonne), der zur Konstruktion des einzigartigen Umrisses der Cheopspyramide verwendet wurde (das Logo auf der Startseite)?

2011 erst fanden sich, dank dieser Webseite, endlich genug Interessierte aus Sternenfels und der Region und damit auch erstmals genug Finanzmittel, um die erforderlichen Baggerarbeiten durchzuführen. Das Ergebnis lässt sich sehen. Das polygonale, ca. 60 x 80 x 23 m große Bauwerk besteht komplett aus geschichteten Sandsteinplatten und hatte ursprünglich eine glatte Fassade und Stufen, die jetzt eingestürzt sind.

 

Der einzelne Block vor der Fassade (s. u.) scheint ein uralter Krönungsstein zu sein. Wenn im Mittalalter, aber noch in vorchristlicher Zeit die Könige von Schottland und Schweden gewählt waren, wurden sie auf diesen Steinen ausgerufen. Der Stone of Scone (Schottland) und der Mora Stenar (Schweden) sind heute noch erhalten. Gleiche Funktion dürfte auch der Hags Chair am Loughcrew Cairn von Irland und der sog. Opferstein von Dieffenthal im Elsaß gehabt haben, beide von throngleicher Form.

Die Grabungen von 2011 und 2012 legten einen großen Teil der östlichen Bauwerksseite frei. Dabei kamen auch zwei Treppen zum Vorschein, eine serpentinartig aufsteigende und eine flache mit breiten Stufen, beide trocken aus Sandsteinplatten gesetzt. Der weitere Verlauf dieser Treppe (rechts im Bild) wurde durch eine Steinsetzung auf den Stufen blockiert. Verbirgt sich hier ein aufwändig gesichertes Portal?

Die Ostseite hat eine Länge von rund 80 m, wobei der freigelegte Teil etwa 50 m betragen dürfte. Mit dem Bagger konnte nur die Basismauer freigelegt werden, also ein Bereich von etwa 7 - 8 m Höhe. Die Gesamthöhe des Bauwerks jedoch erreicht spielend 20 m, wenn man das Fundament hinzurechnet und den Untergrund aus Lehm und Geröll, der auf dem eigentlichen Felsgrund 2 m hoch aufgetragen wurde, dürften es 24 m sein. DieStufen dieser Pyramide sind bis jetzt noch nicht sichtbar, da noch völlig verschüttet und von Bäumen bewachsen. Sie sind jedoch aus der Topografie heraus gut zu erschließen. Jedoch gibt es bis jetzt noch keinen gangbaren Weg, diese freizulegen. Der Bagger muss dazu auf den sehr steilen Hang, über die 7 m hohe Basismauer hinweg, fahren.

 

So große Bauwerke? Unvorstellbar. Das ist auch das eigentlich Tragische dieser Jahrtausendentdeckung, diese Bauwerke sind einfach zu riesig, um sie überhaupt vollständig abzubilden. Im dichten Wald und zwischen den eng stehenden Felswänden findet sich keine Perspektive, die alles erfassen könnte.

 

Nur, unsere Stufen-Pyramiden Süddeutschlands stehen grundsätzlich in Steinbrüchen, und das ist der eigentliche Grund, warum keiner der Fachleute dran glauben will. Diesen gewaltigen Aufwand, die Toten sowohl in prachtvollen Monumenten als auch tief unter der Erde im Fels zu begraben, wollen sie unseren Vorfahren einfach nicht zutrauen. Doch wenn selbst nordamerikanische Indianer genau solche großflächigen Pyramiden errichten konnten, dann wird das als selbstverständlich hingenommen. Alle Vorstellungen über die angeblich primitiven Völker außerhalb des römischen Reiches werden mit der Entdeckung dieser neuen Grabgattung völlig auf den Kopf gestellt.

 

Wer auf den Spuren des Entdeckers sich in die verborgenen Welten vermeintlicher "Steinbrüche" begibt, fühlt sich manchmal wie in den tropischen Regenwald der Maya-Kultur versetzt. Doch die unten abgebildete Zyklopenmauer findet man hier mitten in Deutschland (Sonnenstuhl bei Würzburg-Randersacker). Unglaublich, dass solche monumentalen Ruinen heutzutage, wo alle Welt sich für die versunkenen Hochkulturen anderer Völker interessiert, von den Staatsarchäologen der südlichen Bundesländer immer noch als profane Steinbrüche abgetan werden können.

Und es ist ganz gewiss nicht eine mutwillige Übertreibung, unsere Funde als Stufenpyramiden zu bezeichnen. Wenn erst die dicken Lehmschichten beseitigt sind, die fast alle unsere Bauwerke bedecken und die überwiegend eingestürzten Stufen rekonstruiert wurden, werden sie aussehen, wie all die jetzt schon für Touristen offen stehenden Monumente West-Europas. Wie wenig es dafür bedarf, zeigt die einzigartige, da mit Zinnen versehene Stufenpyramide auf dem Marsberg bei Würzburg-Randersacker, die 2011 erstmals so gut zu erkennen war, da man sich endlich zu einer Fällaktion entschlossen hatte.

Der unten abgebildete Cairn in derr Steingrube von Schmie-Maulbronn konnte mit seiner Länge von 80 m nicht einmal in voller Größe fotografisch erfasst werden.

Doch es gibt Exemplare, die sind noch weit größer, das größte Megalithmonument, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient, hat eine Achsenlänge von rund 440 m und eine Nord-Süd-Ausdehnung von sage und schreibe 440 Metern. Es befindet sich auf einem Berg oberhalb Heilbronns. Völlig von Wald bedeckt ist es daher auch von der Luft aus schwer in ganzer Größe zu erkennen (siehe Startbild oben). Doch auch diese Grabmonumente sind noch ein Klacks im Vergleich zu den echten monumentalen Pyramiden, die, wie schon eingangs erwähnt, im Süden Deutschlands zu finden sind. Dabei handelt es sich um die im Logo als Silhouette erkennbaren Drei Kaiserberge zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen (Starbild ganz oben) - unsere Pyramiden von Giseh. Sie bestehen aus dem Hohenstaufen (unten), dem Rechberg und dem Stuifen, von denen alle mehr oder weniger ausgeprägte Stufen aufweisen.

Die Drei Kaiserberge sind lediglich die Spitze eines Eisbergs, denn es gibt eine erstaunliche Zahl dieser offensichtlich künstlichen Stufenberge in Deutschland, die von der Geologie Zeugenberge genannt werden. So auch der bei Heilbronn befindliche Burgberg "Weibertreu", auf den im Kapitel Bergmonumente näher eingegangen wird. Ein Bericht (28.10.2011) findet sich auf Zeugenberge oder Stufenpyramiden?

 

Nichts als Skepsis auf Seiten der deutschen Fachwelt. Der Entdecker ein Phantast, Spinner. Soll hier womöglich das gründlich ramponierte Nationalgefühl Deutschlands wachgekitzelt werden? Noch eine Schleife in der ewigen Achterbahn von historischem Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn? So die seltsam ideologisch aufgeheizte und mit schlimmen Verdächtigungen nicht sparsame Riege frustrierter Archäologen auf Internetforen, die den Erfolg natürlich niemals einem Außenseiter gönnen würden.