Pyramiden - Bergmonumente2

Walhalla, das 540-torige Totenreich der germanischen Edda, Versammlungsort der Einherier, der im Kampf gefallenen Helden, wird ja unterirdisch lokalisiert: Auf seinem Dach soll die Weltesche Yggdrasil stehen, von der sich die Ziege Heidrun nährt, die dort grast.

 

Haben wir mit der Grotenburg einen Hinweis auf Grotten unter der Erdoberfläche? Ist der gewaltige Hangeinschnitt eins der Tore in die Unterwelt?

 

Justament ist diese gewaltige Felsscharte auf einen der Sonnenuntergangspunkte im Sommerhalbjahr orientiert. Es gibt die Theorie, dass die Orientierung der Cairn-Gänge und Dolmen mit ihren Öffnungen auf die Sonnenaufgänge bzw. -untergänge am Horizont ganz bestimmte Tage symbolisieren sollten. Wahrscheinlich war es in den meisten Fällen der Todestag des dort Bestatteten.

 

In unserem Fall könnte es aber auch ein bestimmter Festtag im Jahreskalender gewesen sein. Die Orientierung des Hangeinschnitts von 285° (geodätischer Azimut) auf etwa 52° nördl. Breite entspricht dem Sonnenuntergang am 1. Mai, also zu Belentine, dem keltischen Sommerbeginn. Dieser Festtag war dem Gott Belenus geweiht, so wie Lugnasad am 1. August dem Gott Lug.

 

Ein derart monumentales Portal muss den Zugang zu einer gigantischen Höhle bilden. Einen anderen Grund der Entstehung kann man sich kaum vorstellen.

 

Im Kontext mit Bärenstein und Externstein präsentiert sich uns somit eine monumentale Landschafts-beherrschende Installation, die jeden zeitgenössischen Landscape-artist vor Neid erblassen lässt. Ist der auf dem Berg zu findende Flurname Altarstein eine Erinnerung an altheidnische Riten, die dort einst stattfanden?

 

 

Der Sargstein am Externstein

 

 

Wir können sogar Voraussagen machen, wie die Gräber in den Grotten unterhalb des Hermanndenkmals beschaffen sein müssen. Der Sargstein unterhalb des Externsteins am Ufer des Sees ist nämlich kein Unikat. Offiziell gilt er als mittelalterliche Darstellung des Heiligen Grabs in Jerusalem.

Nun wurde gerade in den Jahren 2007/8 ein sehr ähnlicher Sarkophagstein in Bulgarien ausgegraben und untersucht. Das auch Grab des Orpheus genannte Heiligtum von Tutal ist ebenso aus einem faustförmigen Monolithen gehauen wie hier. Hier wurden orphische Riten abgehalten. Der Orphismus war eine heidnische Glaubensrichtung der Thraker, die dem keltischen Glauben an die Seelenwanderung eng verwandt war. Man suchte den Kontakt mit den Seelen Verstorbener und nutzte hierzu die Sargsteine.

Kein Sargstein, aber eine Felswanne wurde auch in der Nekropole von Schmie/Maulbronn gefunden. Nach Aussage von Witold Ehrler, Berlin soll sich dort ein Vortex, ein Energiewirbel befinden, der eine spirituelle Pforte öffnen kann.

 

Dieselbe Form der Felsgräber finden wir auch auf Malta, und zwar in unterirdischen Hypogäen. Es sind mehr als fünf große Nekropolen bekannt, von denen manche mehrere hundert, sogar annähernd 1000 Sargsteine besitzen.

Der Weibertreuberg bei Weinsberg/Heilbronn

 

 

Dieser Berg sticht jedem sofort ins Auge, der ihm zum ersten Mal begegnet. Besonders von der nahen Autobahn A 5 ist der Berg gut zu erkennen. Jedem unbefangenen Betrachter macht er einen äußerst künstlichen Eindruck. Er steht dermaßen frei und hoch aufragend in der rundum ebenen Landschaft, dass unwillkürlich der Gedanke an eine Pyramide auftaucht.

Die Beziehung zur nur ca. 2 km entfernten Heilbronner Paradies-Pyramide ist ebenfalls durch einen Hangeinschnitt an der Südwestseite gegeben. Die Linie verläuft etwa 27° NO. Und dieses gewaltige Felsportal zeigte ziemlich genau in Richtung auf das Monument am Jägerhaus. Heute existiert es nicht mehr. Auf einem Gemälde aus dem Jahr 1840 war der lange schmale Einschnitt noch gut zu erkennen (links im Bild).

Auf dem Dorfplan von Karl Burkhardt aus dem Jahr 1914 war das Felsportal schon zu einem kommerziellen Steinbruch erweitert.

Doch auf einem Gemälde von 1920 ist auch der Steinbruch verschwunden. Heute erinnert nichts mehr an ihn. Man hat ihn folglich komplett zugeschüttet, um landwirtschaftlich Fläche zu gewinnen.

 

Schon der Grundriss des Weibertreubergs ist eigenartig. Er ist oval, allerdings in einer Weise, die aus zahlreichen Steinkreisen und Wallwerken um Siedlungen der sog. Jungstein- und Bronzezeit bekannt ist.

Auf dem Gemälde von 1840 erkennt man, dass das Portal in den Fels hinein gegraben ist. Es muss sich demnach um einen natürlichen Berg handeln. Berge gehören zu den Mythen vieler Völker, der Urberg, der aus dem Meer auftaucht. Einer der edelsten Kaiser Deutschlands, Barbarossa, soll unter einem Berg, dem Kyffhäuser, begraben liegen und auf seine Wiederkehr warten.

 

Es ist wahrscheinlich, dass natürliche Berge und ihre Höhlen zuerst als Gräber für die Vornehmen eines Volkes auserkoren wurden. Zu irgendeinem Zeitpunkt war die gesellschaftliche Organisation so weit entwickelt, dass große Massen von Arbeitskräften künstliche Berge, Stufenpyramiden schaffen konnten. Wenn die Indianer Nordamerikas zu solchen Kulturleistungen imstande waren und in Ohio und anderen US-Bundesstaaten riesige Erdpyramiden erbauten, dann waren auch unsere Vorfahren zu solchen Glanzleistungen befähigt.

 

 

Die Burghalde von Sternenfels

 

Der Sage nach soll unter diesem Berg ein Kaiser bestattet sein. Barbarossa und der Kyffhäuser lassen grüßen. Ein christlicher Kaiser käme wohl nicht in Frage, denn deren Bestattungen finden sich ja meist in Familiengrüften, in Kathedralen und Domen. Kommt also ein keltischer Kaiser bzw. gallischer Cäsar in Frage? Durchaus. Es gab eine ganze Reihe dieser Herrscher, von denen die Regierungszeit und der Ort ihrer Regentschaft mehr oder weniger bekannt sind, jedoch nicht ihre Begräbnisstätten.

 

Caecina Alienus 68 in Köln

 

Postumus 259-268 in Köln

 

Victorinus 268-273 in Gallien

 

Tetricus 270-273 in Trier

 

Magnentius 350-253 in Gallien

 

Silvanus 355 in Köln

 

Flavius Gratinus 359-383 in Trier

 

Magnus Maximus 383-388 in Gallien

 

Eugenius 392-394 in Gallien

 

Iovinus 411-413 in Gallien

 

Priscus Attalus 414-416 in Gallien.

 

Attalus ist übrigens mit einer Inschrift auf einer Felswand des Kriemhildenstuhl bei Bad Dürkheim verewigt.

 

Im Mittelalter stand eine Burg der Ritter von Sternenfels auf diesem dreifach gestuften Berg, die aber nach ihrem Verkauf langsam abgetragen und zu Stubensand zermahlen wurde. Der neue Turm ist ein Aussichtsturm, der Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Hier zu sehen die oberste Stufe, die mittlere und die unterste im Vordergrund, der Standpunkt des Fotografen.

Auf diesem Bild aus den 30er Jahren ist der heute weitgehend zugewachsene Berg noch am besten zu erkennen. Die mittlere Stufe hebt sich sehr undeutlich von der höchsten ab. Die Stufen sind ganz sicher künstlich, so wie es aussieht aus dem Berg gehauen. Vielleicht auch aufgebaut. Es wurden noch keine geologischen Sondierungen unternommen. Der Schlossberg dominiert die ganze Sternenfelser Hochebene. Wenn es eine Grabpyramide war, unterstrich das die Bedeutung des Regenten. Schließlich gelangte die dreigestufte Pyramide in das Wappen der Ritter von Sternenfels und in das heutige Ortswappen (siehe Startseite), eine sehr geheimnisvolle Geschichte, die eine Tradition über Jahrtausende hinweg voraussetzt, wenn die Zeiträume überhaupt stimmen.

 

Man ist immer wieder frustriert, wie wenig die Verantwortlichen auf die Kulturrelikte vergangener Zeiten Rücksicht nehmen. Die dreigestufte Burghalde dürfte doch jedem als Vorbild des Ortswappens bekannt sein, und dennoch wird nichts unternommen, um das Klarbild des markanten Berges herauszustellen. Eine vernünftige Bepflanzung der Stufen wäre doch ohne großen Aufwand durchzuführen.

Zuletzt geändert: 21.09.2009, 18:46:59