Kommentar

Kommentar des Entdeckers

Es seien hier noch einige philosophische Überlegungen vorgebracht, die mir als Entdecker quasi auf der Seele brennen.

Als gläubiger Theist danke ich Gott für seine Kraft, die er mir verlieh, allen Widerständen zu trotzen und unbeirrt an dem einmal als wahr Erkannten festzuhalten, für die Fähigkeit, die er mir gab, Dinge zu sehen, die anderen verborgen bleiben, für die andauernde Hilfe, die er mir gibt. Wir wissen es oftmals nicht zu schätzen, wie sehr er uns in Wirklichkeit hilft.

 

Natürlich stellte ich mir immer wieder die Frage, ob ein Land, das einen arbeitslosen Lehrer wie mich nur mit einem Leben unter Hartz IV abzuspeisen gedenkt, diese Entdeckung überhaupt verdient hat. Und habe aufgrund der Art und Weise, wie man mit dieser Entdeckung umgegangen ist, bis jetzt eigentlich keine positive Antwort finden können. Meinen ganzen Hirnschmalz steckte ich in die bisher fruchtlose Arbeit, unbelehrbare Wissenschaftsfachidioten von meiner Außenseitermeinung zu überzeugen, dass die kontinentale Grabgattung Cairn hier in den Mittelgebirgsregionen in die Berge hinein gebaut wurde, statt sie auf die sumpfige Talebene zu stellen, vielleicht auch weiterhin nichts als vergebliche Mühe. Man ist bei den hohen Herren als Spinner abgestempelt, und vermeintliche Spinner ziehen echte Spinner an. Eine Einverleibung meiner Entdeckungen durch Däniken konnte ich trotzdem vermeiden. Nach 20 Jahren hat sich noch immer kein Erfolg eingestellt, was lässt mich darauf hoffen, dass sich nun Entscheidendes bewegt?

 

Wenn ich die redliche Mühe, die sich Eugen Gabowitsch im Forum jesus1053 bis zu seinem Lebensende gemacht hat, die verkalkten Denkstrukturen bzgl. unserer gefälschten Chronologie aufzuweichen, sehe ich keine großen Chancen auf Veränderung. Einziger Erfolg bei der Sache: Ich habe der Arbeitsagentur bewiesen, dass es mir Ernst ist, aus meiner Forscherarbeit eine Existenz aufbauen zu wollen, obwohl ich überhaupt nicht erkennen kann, wie das für ein gezeichnetes Unterschichtskind wie mich funktionieren soll, wenn sich nicht einmal ein Verlag für mein Buch interessieren lässt. Bisher habe ich immer nur in die Forscherarbeit investiert, rentiert hat sie sich bisher so gut wie nicht. Das war auch wirklich nicht das Motiv meines Handels. Das Forschungsthema allein ist schon derart spannend, das gibt einem ein erfülltes Leben und Lebenssinn.

 

Nachdem sich aufgrund der Einstellungssituation eine Karriere als Kunst-Lehrer im Schuldienst zerschlagen hatte, glaubte ich, als Künstler arbeiten zu können – und suchte mir das Material für meine Skulpturen in den Steinbrüchen des östlichen Kraichgaus. Doch nachdem ich dort die ersten Entdeckungen gemacht hatte, hatte die bildende Kunst plötzlich keine Bedeutung mehr für mich. Warum sollte ich mich krampfhaft darum bemühen, handwerklicher Arbeit eine künstlerische Bedeutung zu verleihen (eine aufschneiderische und daher unseriöse Methode, wie mir dünkt), wenn es verborgene Kunstwerke gibt, deren Bedeutung alles in den Schatten stellt, was ein Künstler sich mühsam ausdenken muss. So ist mir also die Aufgabe zugefallen, diese baulichen Kunstwerke unserer ältesten Vorfahren nun nicht mehr der nachwachsenden Generation allein, sondern allen die es interessiert, nahe zu bringen. Genau die Aufgabe, die ein studierter Kunstpädagoge an sich zu erfüllen hat. Mithin habe ich, auf Umwegen, doch zu meiner Profession gefunden.

 

Angst beschleicht mich, dass sich - nachdem nun alle Fundstätten bekannt gemacht wurden - Schatzgräber über die Ganggräber hermachen, obwohl man eigentlich froh sein dürfte, wenn andere Menschen die gefährliche Arbeit in einsturzgefährdeten Gängen übernehmen würden. Angst aber auch, angesichts der Dimensionen, die diese Entdeckung hat, dass sie von Nationalisten missbraucht wird, was ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren könnte. Sicher hätten sich die Nazis über alle Maßen gefreut, die Ruinen der eigenen Hochkultur erforschen zu können, doch der Herr hatte sie mit Blindheit geschlagen. Überhaupt sind die Megalith-Kulturen, wie man sie heute so nennt, ein gesamteuropäisches Phänomen und schlecht für nationale Extravaganzen geeignet. Wer weiß, was jetzt noch in anderen Gebirgsregionen des Kontinents in unterschätzten „Steinbrüchen“ zu finden ist?

 

Tatsächlich interessierten sich viele Menschen, die man eher dem konservativen und national gesinnten Spektrum zuordnen würde, für die Entdeckungen. Andererseits, was kann man gegen Menschen haben, die ihre Heimat und die Tradition lieben? Tut ja wohl jeder, wenn er nicht gerade aus einer Weltstadt kommt. Die Linke ist dagegen ein Zukunftsprojekt, eine Gemeinschaft zur Herstellung gesellschaftlicher Gerechtigkeit, da hat die Vergangenheit mit all ihrer Rückständigkeit keinen Platz. Und das Herz schlägt nun einmal links.

 

Die Zeit der Kelten wird im Rahmen des historischen Materialismus als Epoche der Sklavenhalter definiert, eine Gesellschaft, in der der Einzelne der Willkür der Herrschenden auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war (als Hartz IV-Empfänger fühlt man sich verdammt an heute erinnert). Wahrscheinlich wurden die deutschen Stufenpyramiden von Sklaven und Kriegsgefangenen errichtet, in Ägypten geht man davon aus. Von daher hatte ich schon immer ein zwiespältiges Gefühl bei der ganzen Sache. Und dennoch zeigen die Monumente die enormen Fähigkeiten, die diese vorgeschichtliche Kultur entwickelt hatte. Man kann nicht bestreiten, dass hier Epochales geschaffen wurde.

 

Ich sehe meine Forschungen gänzlich den Prinzipien objektiver Wissenschaft verpflichtet. Mir graut´s aber auch vor diesen seelenlosen Pragmatikern, denen die moralischen Aspekte ihrer Arbeit einfach schnurz sind. In Wirklichkeit eröffnen sich mit der Entdeckung einer eigenen Hochkultur im Land Perspektiven sowohl historischer als auch kulturanthropologischer, religionsgeschichtlicher und philosophischer Art.

 

Mich bewegt dabei vor allem eine Frage: Wie konnte ein derart mächtiges Reich mit all seinen Wunderbauten einfach vergessen werden? Was ist Gottes Botschaft, wenn er plötzlich den Geist auf die alten versunkenen Bauwerke lenkt und klar werden lässt, was er da an Glanzvollem einfach zugrunde gehen ließ? Die antiken Autoren wissen fast gar nichts von diesem Reich zu berichten. Die Idee, dass hier eine gewaltige Katastrophe den Ablauf der Geschichte wesentlich beeinflusst hat, steht im Raum. Sie würde die großen chronologischen Widersprüche erklären. Die heute gültige Chronologie wurde demnach erst postkatastrophal entwickelt, die Zeit vor dem Kataklysmus äußerst fehlerhaft rekonstruiert. Die Religionsgeschichte hatte das Primat. Aus ihr und der Chronologie der Bibel entwickelte sich die heute gültige Zeittafel der Weltgeschichte.

 

Die Bibel ist kein prinzipiell unwahrhaftes Werk, sie berichtet ganz klar über diese Katastrophe und benennt sie beim Namen: Die Sintflut. Sie war wohl in Wirklichkeit das entscheidende Ereignis, das zum Niedergang aller Hochkulturen führte, zu einer nachkatastrophischen Zeit des allmählichen Wiederaufbaus in einer weitgehend menschenleeren Welt, die man heute als Völkerwanderungszeit und frühes Mittelalter bezeichnet, den Beginn des christlichen Abendlands. Doch die Abfolge der Patriarchen, Richter und Könige nach der Sintflut, die heute quasi als geschichtliche Zeit gilt, kann nicht stimmen. Sie wurde wohl verdoppelt, wenn nicht verdrei- oder vervierfacht, und das Neue Testament ist in Wirklichkeit chronologisch ein Teil des Alten Testaments. Mit dieser Thematik beschäftige ich mich auf www.sinossevis.de.

 

Die Archäologie findet Beweise für eine dichtere Siedlungsstruktur im einstigen Keltenland, einer höheren Bevölkerungsrate als im Mittelalter. Wenn man trotz aller Kriege und Naturkatastrophen, der Einführung von Verhütungsmitteln und dem Fortschritt der Medizin eine durchschnittliche Verdoppelung der Menschheit in 50 Jahren voraussetzen kann, führt die Rückrechnung auf etwa 800.000 Menschen im Jahre 1350 weltweit. Also erst in diesem Zeitraum kann die Menschheitskatastrophe rechnerisch stattgefunden haben. Erst danach kann die Bibel entstanden sein, aber auch die Thora und der Koran.

Diese Erkenntnis stellt alles auf den Kopf, zu was wir uns zu glauben verpflichtet haben. In Wirklichkeit wissen wir gar nichts über die Vergangenheit. Wir können es auch gar nicht, da alles Wissen mit den ums Leben gekommenen Menschen zugrunde ging. Gläubige, d. h. nicht wissende Menschen, unwissende Schäfchen wie im finsteren Mittelalter sind wir heute immer noch. Die Stelle der Priester haben nun die Wissenschaftler eingenommen, die zwar beweisen müssen, was sie behaupten, aber nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn die Voraussagen nicht zutreffen. Gern ziehen sie sich dann auf die Relativität allen Seins zurück. Und wenn wir nicht glauben können, was sie sich so ausgedacht haben, sind wir ihnen geistig einfach viel zu weit unterlegen, können da gar nicht mitsprechen, so blöd sind wir.

 

So glauben wir an eine Antike, die wohl erst in der Renaissance von phantasievollen Autoren aus dem klerikalen Milieu zusammengeschrieben wurde. Doch wie viel davon stammt tatsächlich aus Quellen, die die völlige Vernichtung der römischen Städte in Europa, Nordafrika und Vorderasien überdauert haben, menschliche Siedlungen, die bei ihrer archäologischen Auffindung noch immer meterhoch mit dem Schlamm einer nie gekannten Flut oder der Asche ausgebrochener Vulkane bedeckt waren, alle römischen Städte in Deutschland, die völlig vom Erdboden wegrasiert und weit über das Flachland verstreut wurden, so dass nur die Grundmauern im Boden widerstanden haben? Welche Gewalt ist zu solcher Zerstörung fähig?

Unsere wissenschaftlich dominierte Kultur glaubt nicht mehr an die „Märchen der Bibel“, vor allem nicht an die Sintflut. Die Archäologen gehen ihr so gut es geht aus dem Weg. In den Zerstörungsschichten der Städte wird sie nicht erkannt. Gott aber zeigt uns seine ewige Macht, und der Mensch tut alles, um sie zu ignorieren, die Botschaften seiner Propheten totzuschweigen. Der Glaube an die eigene Vollkommenheit schlägt uns mit Blindheit gegenüber der Realität, und auf die haben wir nur begrenzt Einfluss.

 

Vorraussichtlich werden auch die höchsten Türme der Neuzeit einst gekappt am Boden liegen und unsere Nachfahren, wenn es sie noch gibt, sich dann dieselben Fragen stellen, wie wir angesichts der Ruinen unserer Vorfahren. Oder war das wirklich nur die letzte Warnung und hat die Prophezeiung der Bibel recht und die Menschheit findet ihr endgültiges Ende? Sind wir darauf wirklich vorbereitet?

 

Solange es die Welt noch gibt und viele Zeichen sogar auf den Anbruch eines neuen Zeitalters deuten, wird der Geist nicht ruhen. Vielleicht ruft die Erinnerung an die untergegangenen Glanzzeiten unserer Vorfahren Energien wach, die unsere von Krise zu Krise eilende Zeit bitter nötig hat. Bei aller menschlichen Unzulänglichkeit, ich hoffe, mein Beitrag ist willkommen.

 

 

Walter Haug, Walzbachtal

im September 2009

Zuletzt geändert: 01.10.2009, 19:20:51