Die Geologie2

Gewachsener Fels als Architekturbestandteil – das Beispiel Cerveteri

 

Da bis jetzt noch keine Freilegung der Cairn-Baukörper auf dem Marsberg stattgefunden hat, ist nicht klar, wieweit beim Bau der Monumente die großen Felsblöcke tatsächlich vom gewachsenen Standort fortbewegt wurden. Im Endeffekt könnten die Langgräber zum Großteil, zumindest im Kern, aus gewachsenem Fels bestehen, der lediglich in der rechteckigen Form der Langcairns freigelegt, bzw. freigesprengt wurde, während die Fassaden und Kuppen der Cairns mit Blöcken verkleidet wurden.

 

Auch in der Cheopspyramide vermutet man einen Kern aus anstehendem Fels. Und die Tumuli der Felsnekropole von Cerveteri besitzen grundsätzlich diesen Felskern, in den die Grabkammer, samt steiler Treppe, hinein gehauen wurde. Unsere ebenso aus perfekten Quadern bestehenden Hünen- oder Heldengräber könnten genauso ausgesehen haben.

 

In der etruskischen Banditacci-Nekropole bei Cerveteri wurden die Gräber ebenfalls aus dem anstehenden Fels, dort jedoch aus dem weicherem Tuff gesprengt. Jeder Tumulus bzw. jedes Grabhaus hat einen Sockel aus gewachsenem Fels. Darauf wurden die Mauern der Grabmonumente gesetzt, die aus Tuffsteinblöcken bestehen.

Unten ein Beispiel aus Cerveteri, wo auf die Ummauerung verzichtet wurde.

Wenn die Theorie mit dem Felskern stimmt, hätten die Grabgänge auf dem Marsberg in den Fels hinein gesprengt werden müssen. Allerdings sind damit die tief in die Langgräber führenden Gänge nicht zu erklären. Hier ist deutlich erkennbar, dass Mauern und Decken aus z. T. gewaltig großen Steinblöcken/-platten trocken gesetzt wurden. Hinter den Trockenmauern muss sich ein Baukörper aus kompakt gesetztem Mauerwerk befinden.

 

Bezüglich des mehr als 20 m langen Geise-Gang I machte der Geophysiker Philipp Heidinger, Karlsruhe allerdings folgende Beobachtung: Am Ende des stufenweise in die Tiefe führenden Gangteils ist eine Fortsetzung erkennbar, welche so sehr verschüttet ist, dass im Taschenlampenlicht nur noch der Bereich unmittelbar unter der Decke zu erkennen ist. Diese einige Meter weit reichende Deckenstrecke besteht rechts tatsächlich aus gewölbtem Fels, während die linke Seite überkragend gemauert ist und die Wölbung des Felsen übernimmt, beide Halbbögen zusammen also einen halbkreisförmigen Deckenbogen formen (Plan des Ganges im Kapitel „Ganggräber“). Damit würde sich ein steinerner Kern etwa 10 m hinter der gemauerten Fassade parallel zu ihr erstrecken.

 

In Cerveteri führen steile Treppen in den gewachsenen Fels, hinab zu den meist rechteckigen Kammern mit reichhaltigen und kostbaren Ausstattungen. Auch unsere Kammern dürften derart gut geschützt tief im Fels verborgen sein und damit, wie in Italien, noch ungeplünderte Bestattungen enthalten.

 

Auch früher hat man schon ökonomisch gedacht und nur die Arbeit auf sich genommen, die auch wirklich nötig war. Vermutlich verhält es sich bei den Marsberg-Cairns genauso. Nur umfangreiche und tief führende Grabungen können das erweisen.

 

 

Lehm auf allen Gräbern - Hinweis auf einen Kometen-Impakt?

 

Die meisten Grabhügel auf dem Marsberg sind heute von z. T. dicken Lehm überzogen. Man muss nur diesen Lehm abkratzen und darunter kommen wohl noch jede Menge intakter Mauerzüge zum Vorschein. Wie aber kam der Lehm auf diese Ruinen?

 

Lehm hätte, wenn es sich um normalen Steinbruchbetrieb gehandelt hätte, als Abraum anfallen können, da er einen Teil der Deckschicht des Felsen bilden kann, wobei man sich aber fragen muss, wie der Lehm auf diese Hügel aus sorgsam gesetzten Mauern gelangen konnte. Es sind keine Rampen erkennbar, auf denen Fuhrwerke hinauffahren und den Lehm hätten abkippen können. Hätte man tatsächlich Lehm auf den langgrabförmigen Strukturen entsorgen wollen, wäre dieser sicher nicht gleichmäßig über allen verteilt worden, wie man feststellen muss, sondern nur punktuell. Das ist die Erfahrung aus regulären Industriesteinbrüchen.

 

Auch die Cairns im Kraichgau und Zabergäu haben eine Lehmkuppe von bis zu einem Meter Dicke, wie ein Geologe aus Freiburg bei Sondierungen mit dem Pürkhammer und der Entdecker selbst bei seinen Ausgrabungen erfahren hat. Die Lehmablagerungen auf den 10 Langgräbern der Megalith-Nekropole von Untergrombach-Bruchsal sind noch gewaltiger. Bezüglich der kontinentalen Lehmverteilung ist der Oberrhein tatsächlich mit der größten Dicke vertreten. Walter Dübronner, Ubstadt-Weiher, fand in der Müllgrube von Malsch im Oberrheintal gewaltige Stratigraphien von Lehm, die von „kohleflözartigen“ Ascheschichten durchsetzt waren, Hinweis auf Brände, die im Zusammenhang der Lehmablagerung stattfanden.

 

In den uns bekannten Industriesteinbrüchen jedoch kommt Lehm, wenn überhaupt, nur auf geschütteten Abraumhalden vor, die allerdings wesentlich kleiner sind und niemals gemauerte Strukturen enthalten. Dieser Lehm stammt aus der obersten Bodenschicht, die zuerst abgeräumt werden musste, bevor der Fels freigelegt werden konnte. In Lindelbach, dem nachweislich modernsten Steinbruch der Gegend, ist kein Lehm zu sehen.

 

Lehm bedeckte alle aufgedeckten Grabhügel, Tempel- und Stadtruinen der Römer und Etrusker, aber auch die Grabhügel der Kelten, wie die Ausgrabungen des Keltenfürsten-Grabhügels am Glauberg beweist.

 

Auch die Grabhügel von Cerveteri waren noch 1906 vor der zweiten Grabungskampagne von dickem hart getrocknetem Lehm überzogen, was historische Fotos beweisen (siehe Kapitel „Würzburg Marsberg“).

 

Lehm oder Löß soll ja nach geologischer Lehrmeinung aus Jahrhunderttausende langen Anwehungen des Sahara-Sands während der Eiszeit resultieren. So alt aber können unsere Cairn-Felsnekropolen nun wirklich nicht sein.

Die Vermutung, dass es sich dabei in Wirklichkeit um den Schlamm der Sintflut handelt, löst bei atheistisch „aufgeklärten“ Geistern vermutlich Kopfschütteln aus. Doch es gibt eine Anzahl von Archäologen, die hier ganz ernsthaft und objektiv forschen. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Landesdenkmalämter erklären, dass altsteinzeitliche (!) Relikte nur unter Lehm zu finden sind. Allgemein bekannt ist, dass aber auch fast alle römischen Villen unter z. T. bis zu 4 m hohen Lehmschichten (Z. B. bei Aachen) ausgegraben werden mussten.

 

So konnte erst in letzter Zeit festgestellt werden, dass die Eingänge zu den Grabstollen im Tal der Könige deshalb lange nicht erkennbar waren, weil sie von einer Flut zugespült worden waren. Der Lehm dort ist regelrecht zu ziegelartiger Masse festgebacken. Ich besitze ein derartiges Stück, das deutlich die Form des in Wasser gewirbelten Lehms zeigt. Der Bereich aber liegt dermaßen hoch über dem Nilniveau, dass hier nur eine riesige, für das trockene Nordafrika unvorstellbare Flut gewirkt haben kann. Die offensichtlichen Erosionslinien an der Sphinx werden ebenfalls so erklärt.

 

Geo-mineralogisch möglich ist sogar, dass die Dünen der Sahara, unter denen die Tempel und Pyramiden Ägyptens bis zu ihrer Freilegung verborgen lagen, staubfein getrockneter Lehm dieser Urflut sind. Im Norden konnten diese Schlämme niemals derart austrocknen, deshalb haften sie noch heute als Lehm auf den antiken Bauwerken. Wo aber kommen diese Massen an Silikaten her? Die gegenwärtig anerkannte Theorie lautet, Lehm entstand aus unter der Sonne der Sahara staubfein erodiertem Gestein und wurde während der Eiszeit nach Norden gepustet. Daneben wird ein vulkanischer Ursprung vermutet. Doch die eruptive Asche ist grau und nicht gelb. In Verbindung mit Wasser härtet sie zu Tuff aus. Deshalb wird auch eine außerirdische Entstehung in die Diskussion geworfen.

 

Die neuesten Messungen an Kometen ergaben, dass diese ebenfalls zu einem großen Teil aus staubfeinen Silikaten und in der Hauptmasse aus Wasser bestehen, das im Falle eines Atmosphäreneintritts natürlich als Flut zu Boden stürzen würde. Das Ergebnis wäre eine schlammige Masse, die sich gleichmäßig über alles auf Erden breiten würde.

 

Und tatsächlich liest man im Gilgamesch-Epos, dem mesopotamischen Gegenstück zum Sintflutbericht, dass nach der Flut alles von Lehm bedeckt gewesen sei, Menschen und Dinge gleichermaßen. Wer sich mit den zeitgenössischen Katastrophenberichten auseinandersetzen will, findet Quellen in allen Hochkulturen und Volksüberlieferungen, über herabstürzende Sterne, neu aufgehende Sonnen, Beben, Zerstörungen und Fluten ungeheueren Ausmaßes (Heinrich P. Koch: „Der Sintflut-Impakt“, Ffm. 1998).

 

Kann man sich das völlige Vergessen unserer eigenen Hochkultur anders als durch eine gewaltige Naturkatastrophe vorstellen? Auch die Araber Ägyptens sind nicht die authentischen Erben ihrer Hochkultur, sondern zugewanderte Nomadenvölker, so wie auch die völkerwandernden Germanen ein verwüstetes keltisches bzw. gallo-romanisches Land mit total zerstörten römischen Städten in Besitz nahmen. Diese Hochkulturen zerstörende Katastrophe muss folglich auch hier bei uns in Süddeutschland stattgefunden haben. Die Geologen, welche den Chiemgau-Impakt untersuchen geben uns überzeugende Beweise: www.chiemgau-impakt.de.

 

Falls dieses katastrophische Szenario nicht zutrifft, käme auch eine einfachere Erklärung in Frage. In Tarquiniai, wo die italienischen Archäologen mit demselben Problem des überreich vorhandenen Lehms konfrontiert waren, kam man zu folgender Lösung: Der Lehm bildete die Dächer der runden Grabhügel, die also den Hütten und Rundhäusern der Etrusker nachgeahmt waren. Die Dächer waren ursprünglich viel spitzer als heute.

In Würzburg finden sich dagegen nur rechteckige lange Bauformen. Aber das schließt nicht aus, dass unsere Grabhäuser den Langhäusern der steinzeitlichen bis keltischen Kulturen nachgeahmt war, der Lehm also die spitzgiebeligen langen Dächer auf den Häusern aus Stein bildete.

 

Dafür spricht, dass der Lehm zwar nahezu alle Steinmauern im Areal bedeckt, mit einer Ausnahme. Eine weit aufragende Trockenmauer-Formation befindet sich am Rand des Areals und wirkt wie eine Torflanke. Diese ist fast völlig unversehrt erhalten.

 

Ähnliche hoch aufragende Trockenmauer-Architekturen, jeweils an der Zufahrt zum Gelände finden sich auch in den Nekropolen von Freudenstein, Mühlbach und Eibensbach.

Zuletzt geändert: 01.10.2009, 19:20:10